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| Schwäbische Zeitung vom 24.07.2004 |
| »Mozart auf der Reise nach Prag« |
| Von SZ-Mitarbeiter Fritz Hartmann |
| ISNY - Die szenische Collage des Isnyer Autors Till Bastian fand nicht statt. Dafür las Gerhard Weisgerber aus dem Original der Novelle von Eduard Mörike: «Mozart auf der Reise nach Prag«. Hans-Christian Hauser musizierte mit dem Festival-Orchester und einigen Solisten seines internationalen Ensembles. |
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Die Textauswahl beschränkte sich auf ein Sechstel der Novelle und konzentrierte sich auf Wesentliches. Verständnisverluste traten nicht ein. Immerhin wussten die Zuhörer, dass sich Mozart danebenbenahm, in dem er gedankenversonnen eine edle gräfliche Pomeranze abbrach. Das bescherte ihm eine Einladung in das gräfliche Schloss. In einen Kreis von Verehrerinnen und Fans. Bis in die Nacht hinein spielte er aus der Oper »Don Giovanni« vor, zu deren Uraufführung er nach Prag kutschierte. Mit Konstanze natürlich. Gerhard Weisgerber las lebendig und nuanciert. Das »öffnete« den Text von innen her. Das ließ die geniale Leichtigkeit, mit der Mozart seine Musik konzipierte, aber auch die Tragik seines rasch 'verblühenden Lebens spürbar werden. Eduard Mörike, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, zeichnete über den unbedeutenden literarischen Anlass hinaus ein Portrait des Komponisten. Nach unserem heutigen Verständnis fast zu lieblich und romantisch. Die Musik fügte sich stimmungsadäquat ein. Der Bassist Jaroslav Pehal sang mit geschmeidiger warmer Stimme die Konzertarie: »lo ti lascio cara, addio«. Der begabte Pianist Dmitri Romanov interpretierte zwei Sätze aus dem Klavierkonzert KV491 c-moll. Hans-Christian Hauser dirigierte hingebungsvoll die Orchesterbegleitung und auch den Solisten. Die Sopranistin Tian Ying eroberte sich mit Stimme und natürlicher Anmut als Susanna aus der »Hochzeit des Figaro« und als Zerlina aus »Don Giovanni« die Herzen des Publikums. Zum Duett Don Giovanni und Zerlina gesellte sich Jaroslav Pehal dazu. Die Arie des Don Ottavio »II mio tesoro intanto« gewann durch den Tenor Sebastian Schmid überzeugende Ausdruckskraft. Hans-Christian Hauser entfaltete mit dem präzise und klangschön spielenden Orchester die düstere Pracht der Ouvertüre zu »Don Giovanni«. Anrührend, zur Nachdenklichkeit stimmend ging die musikalisch-literarische Veranstaltung zu Ende. Marian Kalus, Tenor, von Hans-Christian Hauser am Flügel begleitet, sang aus den Mörike-Liedern von Hugo Wolf das Lied »Denk es, o Seele«, mit dem der Dichter seine Novelle beschließt. |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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