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| Schwäbische Zeitung vom 06.04.2004 |
| Benefizkonzert |
| Jana Havranova singt Dvorak-Lieder |
| Von SZ-Redakteur Fritz Hartmann |
| ISNY- Der Star des Abends im Refektorium hieß Jana Havranova. Vielen Besuchern der Isny-Oper war sie von verschiedenen Rollen her in Erinnerung. Nun gab sie ein klassisches Solokonzert mit Liedern von Antonin Dvorak, am Flügel begleitet von Hans-Christian Hauser. Ein Benefizkonzert zugunsten der Isny-Oper. |
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Zierliche Röschen in den Programmzettel gesteckt: Schon das erweckte Aufmerksamkeit. Jana Havranova sang in tschechischer Sprache. Das verminderte für viele die Verständlichkeit der Texte. Das erhöhte anderseits die Atmosphäre. Man rückte Dvorak ein Stück näher. Als erstes kam der Zyklus »Zigeunerlieder« op. 55 zur Aufführung. Leidenschaftlich lyrische Lieder aus dem Zigeunerleben. Hans-Christian Hauser malte auf dem Flügel die Zymbalklänge, mit denen Dvorak den Liedern ein spezifisches Kolorit verleihen wollte. Aber im Melodischen trat das ungarisch-zigeunerische Element deutlich hinter dem tschechischen zurück. Liebeslieder Die Liebeslieder op. 83 aus dem Jahr 1888 zeigten ideal den Typus des Dvorakschen Liedes: lyrische Schlichtheit, ergreifende Ausdruckskraft, naturhafte Melodik, reizvolle Harmonik. Jana Hvranova entfaltete die Qualitäten ihrer Stimme. Eine sehr große Stimme. Fast zu groß für den intimen Raum des Refektoriums. Aber die Sängerin versteht auch, sich zurückzunehmen und Passagen in sanfter Verhaltenheit zu singen. Hans-Christian Hauserfolgte den Intentionen in einfühlsamer Weise, passte sich den oft abrupten Wendungen des Tempos wendig an, ohne eigene Gestaltungsmöglichkeiten aufzugeben. Musikalischer Höhepunkt waren die Biblischen Lieder op. 99, die Dvorak unter dem Eindruck des Todes seines Vaters schrieb. Zehn Lieder nach Psalmtexten, die dem religiösen Thema ganz neue Klänge und Ausdrucksformen abgewinnen. Zeugnisse individueller Frömmigkeit, Gebete, die sich unmittelbar an Gott wenden. Diese Innerlichkeit ging im Vortrag durch Jana Havranova ein wenig verloren. Ihre Deklamation setzte auf Dramatik und zuweilen theatralische Höhepunkte. Dennoch: der Gesamteindruck überzeugte. Falstaff« Hans-Christian Hauser nutzte nach der Pause die Gelegenheit, die diesjährige Opernproduktion vorzustellen: »Falstaff«, Verdis letzte Oper. Auch der Verein Isny-Oper-Festival rührte zum Schluss des Konzertes noch einmal die Spenden-Werbetrommel. Mancher wäre lieber mit dem Eindruck der biblischen Lieder nach Hause gegangen. |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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