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| Schwäbische Zeitung vom 17.07.2006 |
| Hans-Christian Hauser zum Premierenabend |
| Es war eine fast italienische Atmosphäre |
| Von SZ-Redakteurin Sabine Centner |
| Vor der Stadtmauer als romantischer Kulisse ist am Samstagabend das »Schneemädchen« von Nikolai Rimski-Korsakow über die Bühne gegangen. Wir fragten den künstlerischen Leiter, Hans-Christian Hauser, wie er diese seine 18. Isny-Opern-Premiere erlebt hat. |
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SZ: Herr Hauser, sind Sie mit dem Premierenabend des »Schneemädchens« zufrieden? Hauser: Es war eine ausgesprochen schöne Atmosphäre. Sänger und Orchester fanden zu einer gelungenen Gesamtleistung zusammen. Dabei gab es viele hervorragende musikalische und szenische Momente. SZ: Hat also alles geklappt wie am Schnürchen? Hauser: Dass bei jungen Sängern, die noch im Studium sind, nicht immer jedes Detail perfekt sein kann, versteht sich von selbst. Dennoch ist eine runde Sache daraus geworden. SZ: Wie hat es mit der Zuschauerresonanz ausgesehen? Hauser: Wir waren sehr erfreut über zahlreiches und freundliches Premierenpublikum, das mit uns zusammen den 18. Geburtstag der Isny Oper gefeiert hat. SZ: Stichwort 18. Geburtstag: Ist die Isny Oper, ihr »Kind«, erwachsen geworden? Hauser (lacht): Wer ist mit 18 schon erwachsen? SZ: Welchen Einfluss hat der Schauplatz an der Stadtmauer auf die Aufführungen? Hauser: An einem warmen Sommerabend wie diesem ergibt sich vor der blumengeschmückten Stadtmauer und auch aufgrund einer zauberhaften Beleuchtung eine hübsche, fast italienische Atmosphäre. Die Akustik ist durch die Mauern in der Umgebung relativ gut. SZ: Ihr Ensemble vereint Menschen aus vielen Ländern. Fühlen sich die jungen Künstler in Isny gut angenommen? Hauser: Durch die Unterbringung in Gastfamilien entsteht eine gewisse Integration und das trägt zum intimen Charme des Festivals bei. SZ: Ging also wirklich alles reibungslos über die Bühne? Hauser: Nein, aber ein Theater ohne Skandal ist wie ein Fisch ohne Wasser. Der Skandal war, dass uns die Kostümbildnerin entgegen aller Zusagen und Vertröstungen keine Kostüme geliefert hat. Als sich am Freitag abzeichnete, dass es nicht mehr klappen würde, haben wir mit Hilfe des Fundus und privater Kleidung auf die Schnelle ein sehr abstrahiertes Kostümbild zusammengestellt. Hans Christian Hauser ist künstlerischer Leiter des Isny Opernfestivals. Oer44jährige gebürtige Isnyer leitet eine Interpretationsklasse für slawische und jüdische Vokalmusik an der Hochschule für Musik und Theater in München und ist Gastdozent und -dirigent in China. |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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