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| Schwäbische Zeitung vom 26.07.2005 |
| Festival-Orchester begeistert |
| Von SZ-Mitarbeiter Fritz Hartmann |
| Im Rahmen des 17. Isny-Oper-Festivals hat der künstlerische Leiter Hans-Christian Hauser mit seinem Festival-Orchester in der Isnyer Nikolaikirche und in Bad Wurzach einen Orchesterabend veranstaltet. Auf dem mit Sorgfalt ausgewählten Programm standen Werke von Rossi, Mozart, Rossini und Mendelssohn Bartholdy. |
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Das muss man gleich zu Anfang sagen: Mit dem Musizieren in einem geschlossenen Raum war das Orchester in seiner eher kammermusikalischen Besetzung am richtigen akustischen Ort. Seine Klangqualität, die Präzision des Musizierens, die Nuancen der Interpretation kamen voll zur Geltung. Die »Venezianischen Tänze« des aus einer alten italienisch-jüdischen Familie stammenden Komponisten Salomone Rossi (um1570-1630) darf man als eine erfrischende Neuentdeckung begrüßen. Selten aufgeführt bieten sie sich als unbeschwerte »klassische« Instrumentalmusik und niemand denkt daran, dass diese Tänze als Gebrauchsmusik für das Ballett entstanden sind. In eine Sphäre der Resignation und des Fatalismus führte die Symphonie g-moll, KV 550, von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Schmerzliche Affekte erfüllt dieses Werk. Selten eine Auflichtung in Dur. Hans-Christian Hauser interpretierte die Symphonie in ihrer düsteren Geschlossenheit, packend und anrührend. Das Orchester musizierte makellos. Die Musiker stimmten sich hervorragend aufeinander ein. Im deutlichen Kontrast dazu stand das Werk von Gioacchino Rossini (1792-1868): Introduktion, Thema und Variationen für Klarinette und Orchester. Als Solist glänzte Martin Mosorjak von der Musikhochschule Bratislava. Mühelos bewältigt er die virtuosen Sprünge und atemberaubenden Läufe in alle Höhen und Tiefen des Instruments, brachte aber auch eine wunderschön weiche, fast zärtliche Kantilene in den lyrischen Abschnitten zuwege. Farbenprächtiges Klangbild Den Abschluss bildete die Symphonie Nr.4 von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847). »Die Italienische« wird sie genannt, obwohl sie Mendelssohn bei einer Italienreise nur gedanklich entwarf und erst später vollendete. Der Name hat zuweilen die Sichtweise verstellt und manchmal eine allzu romantische Auslegung hervorgerufen. Hans-Christian Hauser hielt sich in seiner Interpretation weniger an noch dazu nicht gesicherte programmatische Vorgaben, sondern setzte vielmehr die formvollendete Struktur und die musikalische Substanz dieser Symphonie in den Mittelpunkt. Und so gelang ihm mit seinem Ensemble farbenprächtiges, differenziertes Klangbild von heiterer Schönheit. |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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