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| Schwäbische Zeitung vom 28.05.2005 |
| »Die Oper ist doch blöd« |
| Die Isny-Oper bietet interessierten Jugendlichen die Möglichkeit in das professionelle Bühnenleben reinzuschnuppern. Maßgeblich beteiligt ist daran Hans-Christian Hauser, der auch Jugendlichen das Tor zur Bühne zu öffnen versucht. Er ist künstlerischer Leiter des Isny-Oper-Festivals und Lehrbeauftragter an der Hochchule für Theater und Musik in München. |
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»Die Oper ist doch blöd - das denken viele Jugendliche.« Diese verzweifelte Aussage kann vielleicht als Ausgangspunkt gesehen werden, warum Hans-Christian Hauser auch mit jugendlchen Schauspielern zusammenarbeitet. »Die Ablehnung zur Oper bei jungen Menschen ist nichts Neues. Das hängt vermutlich auch damit zusammen, weil die Stimmen der Sänger anfangs für befremdlich gehalten werden«, so Hauser, der neben seinen vielen Tätigkeitsbereichen auch Dirigent und Regisseur ist. »Die Oper schwankt zwischen Ablehnung und oft totaler Sucht. Jugendliche, die bei uns an der Isny-Oper spielen und auch hinter den Kuissen arbeiten, werden häufig von der Bühnenwelt angesteckt,« meint Hauser, »denn die Bühne ist wahnsinnig spannend, sie ist etwas Lebendiges«. Der Ausgangspunkt der Isny-Oper ist, wie der Name schon sagt, die Oper, in der der Gesang eine wichtige Rolle spielt. Hauser arbeitet mit Geangsstudenten aus München zusammen und führt einmal im Jahr in Isny eine Oper auf. »Wir haben es bis jetzt immer geschafft eine Verbindung von der Internationalität zur Kleinstadt herzustellen«, bemerkt Hauser. Und dieses Stück Professionalität ist nicht nur den Münchener Gesangsstudenten vorbehalten sondern auch jungen Schülern aus Isny: »Es handelt sich hier um stumme Rollen. Trotzdem sind die Schüler mehr als nur Statisten; sie sind für jedes Stück äußerst wichtig«, unterstreicht Hans-Christian Hauser, »und der Anspruch ist nicht niedrig. Die Jugendlichen müssen sowohl stets aufmerksam und beweglich auf der Bühne sein als auch eine äußerst gute Reaktion haben.« Auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit den Profis funktioniert, entgegnet Hauser: »Sind die Jugendlichen begabt, läuft die Arbeit sehr gut.« Und diese Begabten gibt es, wie zum Beispiel den 15-Jährigen Markus Fritz und den 16-Jährigen Klaus Boehme. Zwei Schüler, für die die Bühne eine zweite Heimat geworden ist, und die von Hans-Christian Hauser in den höchsten Tönen gelobt werden. Somit ist die Frage »Wie werde ich Schauspieler?« eine äußerst wichtige Frage. Denn der Weg zu diesem künstlerisch anspruchsvollen Traumeruf ist für viele oft weiter und steiniger als man denkt. »Viele feiern in Schultheatern große Erfolge. Nur die Kriterien für die Schauspielerei sind in den Schulen anders gesetzt,« warnt Hauser, »viele verlassen das Schultheater und werden schon bei den Aufnahmeprüfungen an Schauspielschulenenttäuscht, da die ersten Versuche nicht erfolgreich sind.« Hauser bemerkt, dass Kunst etwas mit Durchhalten zu tun hat: »Will man wirklich auf die Bühne kommen, muss man hier und da mit Misserfolgen rechnen, den Schmerz aushalten und nicht aufgeben. Oft braucht es vieler Aufnahmeprüfungen, bis eine Schule einen Schauspielanwärter aufnimmt.« Die Isny-Oper bietet zumindest die Möglichkeit seinen Blick zu weiten und sich der Bühne zu nähern. |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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