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| Schwäbische Zeitung vom 02.08.2004 |
| Kultur Regional |
| Ein Liederabend, der bezaubert |
| Von SZ-Mitarbeiterin Christel Voith |
| Achberg - Einen bezaubernden Liederabend mit drei Sopranistinnen des Isny-Oper Festivals bescherte Hans-Christian Hauser am Freitagabend den freudig lauschenden Zuhörern im Rittersaal von Schloss Achberg. |
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Das bunt gemischte Programm unter dem Motto »Klassik International« verriet Hausers breit gestreute Interessen. Als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München gibt er seine Begeisterung für slawische Volksmusik und jüdische Vokalmusik in Seminaren an die Studenten der Gesangsklassen weiter, erarbeitet mit Ihnen Konzerte, beispielsweise für dem Bayrischen Rundfunk – ein Teil daraus war im Schloss Achberg zu hören. Ein Wermutstropfen am Anfang: Der vierte Solist, der junge Münchner Tenor Marian Kalus, war erkrankt – wer ihn in Isny mit dem von Hugo Wolf vertonten Mörike-Lied »Denk es, o Seele« gehört hatte, bedauerte das sehr. Doch Hauser, der selbst mit viel Einfühlungsvermögen am Klavier begleitete, hatte Kalus’ Part durch weitere Lieder für di drei Sopranistinnen ersetzt, die mit ihren unterschiedlichen Stimmfärbungen und Temperamenten für einen abwechslungsreichen Abend sorgten. Nach Hausers höfisch-eleganter Klaviereinleitung mit vier Sätzen aus Bachs Französischer Suite G-Dur eröffnete Dora Pavliková aus Prag, mit 23 Jahren die jüngste Sängerin, den Liederreigen mit fünf Schumann-Liedern. Mit sehr weiblicher Ausstrahlung übertrug sie mit ihrer kehligen, eher dunkelgefärbten, warmen Stimme die Stimmungen auf die Zuschauer, ob melancholisch oder liebestrunken, raumverloren oder von inniger Liebe überströmend. Ein Reigen slawischer Lieder schlossen sich an, in den sich alle drei Sängerinnen mit überraschendem Stimmvolumen einbrachten. Mit hellerem Sopran präsentierte sich die aus Peking stammende Tian Ying bald slawisch schwermütig, bald zart und duftig perlend und mit explosiver Kraft. Romantisch und voller dramatischer Leidenschaft gab sich hier Dora Pavlikova, während di 25-jähirge Koreanerin Min-Sung Kang mit ihrem charmantem Lächeln wie mit ihrer hellen klaren Stimme die Zuhörer gewann. Sie evozierte die Stille einer blumenübersäten Landschaft, ließ die Margeriten des Sommers leuchten. Nach der Pause interpretierten die drei Sängerinnen Lieder von Richard Strauß: Innig und leidenschaftlich, aufbrausend und schelmisch-kokett. Eindrucksvoll wie vielfältig und melodiös auch tänzerisch dir folgenden jüdischen Gesänge klangen, von den zwei Synagogalgesängen bis zu den heiteren verspielten jiddischen Liedern, mit denen vor allem Dora Pavlikova und Tian Ying brillierten. Am Ende standen zwei sprühende, fröhliche Lieder in Ladino, der Sprache der sephardisch-spanischen Juden: heiter trällernd Min-Sung Kang als erwartungsfrohe Braut und munter begleitend die anderen als neugierige Gäste: »venimos a ver« - wir kamen zum Zuschauen... |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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