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| Schwäbische Zeitung vom 20.12.2003 |
| Isny Oper Festival |
| Falstaff und die lustigen Weiber |
| Von SZ-Redakteur Bernd Guido Weber |
| ISNY - Das Programm für das nächste Isny Oper Festival steht. Die Zusammenstellung des Ensembles ist schon weit gediehen, das Bühnenbild im Entwurf fertig. Weil das Neutrauchburger Schloss renoviert wird, gibt es einen neuen »Spielplatz«: mitten in Isny an der Stadtmauer. Dort, wo früher ein Geschäft ganzjährig Weihnachtsartikel verkauft hat. |
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Der neue Spielplatz an der Kornhausgasse verspricht eine bessere Akustik, dazu kommt als weiterer Pluspunkt die Nähe zum Kurhaus, was bei wetterbedingten Verlegungen wichtig ist. Zudem können die bis zu 400 Besucherinnen und Besucher das gastronomische Angebot das Kurhauses genießen. Im ehemaligen Weihnachtsartikel-Laden soll zudem ein Cafe entstehen, das während der Isny Oper mit entsprechender Dekoration als Operncafe gestaltet werden soll. Mit den Anliegern - so Hans-Christian Hauser - habe es auch schon gute Gespräche gegeben. Der Versuch vor Jahren, die Isny Oper in der historischen Kulisse der Altstadt aufzuführen, war bekanntlich am Widerstand der Espantor-Anlieger gescheitert. Gegeben wird die Oper »Falstaff«, ein Alterswerk von Guiseppe Verdi nach Shakespeares »Die lustigen Weiber von Windsor«. »Das kommt in Insiderkreisen ganz toll an«, schwärmt Hans-Christian Hauser, »es ist durchkomponiert, ein Ensemblestück, nicht so bombastisch.« Dazu kommt - ein Vorschlag von Dr. Till Bastian - eine Lesung mit Musik. Gelesen wird im Mörike-Jahr 2004 aus Mörikes Novelle »Mozart auf der Reise nach Prag«, dazu erklingt Orchestermusik sowie ein Klavierkonzert von Mozart, vorwiegend aus Don Giovanni. Die vier Aufführungen für »Falstaff« sind am 17., 21., 23. und 24. Juli, die des Mozartkonzertes am 22. Juli im Kurhaus am Park und am 25.Juli in Bad Wurzach, ebenfalls Kurhaus. Dazu kommen Kammerkonzerte im Franziskushof und auf Schloss Achberg. »Falstaff« wird außerdem im Archäologischen Park Cambodunum in Kempten sowie in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz gespielt. Aus der Quelle schöpfen Geht Hans-Christian Hauser dieses Mal mit einem dicken finanziellen Polster ans Werk? Keineswegs. »Ich fange immer wieder bei Null an«, sagt der in München lehrende Isnyer Musiker, ohne den es keine Isny Oper geben würde. »Aber wir waren immer sehr sparsam, werden es auch in diesem Jahr hinkriegen. Das Potenzial der Isny Oper ist, dass ich an der Musikhochschule München aus der Quelle schöpfen kann, die Motiviertesten bekomme.« Das Ensemble, verstärkt durch professionelle Musikerinnen und Musiker aus der Slowakei und anderen Staaten, sei schon weit gediehen, ebenso die Arbeit des Kostümbildner-Teams. Die Entwürfe der vier lustigen Weiber Alice, Ännchen, Meg Page und Mrs. Quickly stehen, auch die des dicken Falstaff, ebenso die der Witzfigur Dr. Cajus, des Liebhabers Fenton und der beiden Trunkenbolde. Grundidee ist ein Bühnenbild wie ein Billardtisch mit abstrahierenden farbigen Elementen, je nach Bild. »Falstaff ist dick wie eine Kugel. Und alle treiben ihr Spiel mit ihm.« Hans-Christian Hauser kann bei der Vorbereitung für die nächste Isny-Oper auch auf neue Mitarbeiter bauen, wobei die Grundorganisation des gesamten Festivals von etwa zehn Leuten geleistet wird. Geworben wird jetzt von den »Neuen« in Kurorten wie Bad Wurzach und Scheidegg, Tickets gibt es dort auch. Hauser freut sich auch, einen Schreiner gefunden zu haben, der im »Theater des Westens« in Berlin gearbeitet, also Bühnenerfahrung hat. Stadt Isny, die Kurverwaltung und Kulturamt unterstützen das Projekt nach Kräften. Nur das Stadtmarketing hält sich zurück. Hauser: »Schade, dass Isny Aktiv den Ball nicht aufgreift.« |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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