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| Allgäuer Zeitung vom 21.07.2009 |
| Die Christel von der Post kommt aus Fernost |
| Carl Zellers »Vogelhändler« mit stimmkräftigen internationalen Sängern kurzweilig inszeniert |
| Von unserer Mitarbeiterin Christel Voith |
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Isny/Kempten - Das schlechte Wetter machte der Isny-Oper einen Strich durch die Rechnung: Die Premiere von Carl Zellers Operette »Der Vogelhändler« konnte nicht am malerischen Schauplatz vor dem Diebsturm über die Bühne gehen. So wurde das heitere, kurzweilige Spiel mit den eindrucksvollen Stimmen drinnen, im ausverkauften Kurhaus, begeistert gefeiert. Die kleinere Bühne hat alles noch ein wenig zusammenrücken lassen, Pfälzer und Tiroler, Hof- und Landleute, die spielfreudigen Erwachsenen und die putzmunteren Kinder im Chor. Ein farbenprächtiges Bild gaben die fein herausgeputzten Pfälzerinnen in ihren pastellfarbenen Kleidern und die Tiroler in ihren schönen Trachten ab. Hans-Christian Hauser, musikalischer Leiter und Regisseur in einer Person, hat es fertiggebracht, dass die Akteure Emotionen sehr lebendig darstellen. Es ist ja auch gar zu arg, wenn der Landesfürst jagen will und der Schultes mitsamt seiner freudig wildernden Gemeinde klagen muss: »Jekus, jekus, das ist schwer, wo nimmt man gleich Wildschwein her?« Viele Ohrwürmer Volkstümliche Ohrwürmer hält die Operette viele parat, angefangen bei Adams Auftrittslied »Grüß euch Gott, alle miteinander« bis hin zu »Schenkt man sich Rosen in Tirol«. Wer möchte nicht heimlich mitsingen, wenn Adam sein »Ahnerl« besingt oder Kurfürstin Marie frühem Liebesglück nachsinnt. Mit der Treue nehmen sie's hier alle nicht so genau und sind doch eifersüchtig, wenn der Partner auf amourösen Pfaden zu schleichen scheint. Kaum ärgert sich der brave Tirolerbursch Adam über die vermeintliche Untreue seiner treuen Christel, da macht er schon der nächstbesten Unbekannten so schöne Augen, dass die verkleidete Kurfürstin in holde Verwirrung gerät. Wenige Kulissen reichen diesmal, keine Umbauten beschweren das heitere Spiel. Dass die Dialoge der internationalen Sängerschar von sichtbaren Sprechern hinter Paravents gesprochen werden, tut der Lebendigkeit keinen Abbruch, denn die Sänger liefern dazu ein vergnügliches stummes Spiel. An ein Wunder grenzt, wie phonetisch astrein auch die Sänger aus Fernost deutsch singen. Schnell hat man sich daran gewöhnt, dass Adam (Lin Tian Ji), Christel (Yao Yao) und Graf Stanis-laus (Sha Ri Fu) chinesische Züge zum Dirndl oder Tirolerhut tragen, dass eine Türkin (Öykü Sensöz) die Kurfürstin, eine Bulgarin (Iskra Staneva) ihre Hofdame singt. Ihr Potenzial sind ihre Spielfreude und ganz besonders ihre Stimmen. |
| Mit freundlicher Genehmigung des Verlags |
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