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Abseits der kulturellen Metropolen wird in Isny im 16. Jahr Oper mit professionellem Anspruch gemacht. Oper in der Provinz - "im hintersten Winkel des Allgäus", wie die Münchner Süddeutsche Zeitung einmal despektierlich formulierte - wie geht denn das? Warum zieht es junge Künstler in das Städtchen, kommen Instrumentalisten und Sänger aus aller Welt hierher ins Allgäu?
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Wie auf den großen Opern und Theatern der Welt fanden auch in Isny Dramen und Intrigen, Höhenflüge und Enttäuschungen nicht nur oben auf der Bühne, sondern auch reichlich hinter den Kulissen statt. Insofern also kein Unterschied zu den Metropolen.
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Ungeachtet aller Irrwege und Stolpersteine und einem absoluten Minimalbudget zum Trotz: die Truppe um den künstlerischen Leiter Hans-Christian Hauser schafft es nun seit über 15 Jahren, die ganz große Kunstform Oper in Isny zu präsentieren - mit Ergebnissen, die sich sehen lassen. Mit ungläubigem Staunen und manchmal einer gehörigen Portion Neid wird an anderen Orten dieses Phänomen beobachtet. Professionelle Operndarbietung innerhalb der Mauern des alten Städtchens zu sozialen Eintrittspreisen - wo gibt es das schon?
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Des Rätsels Lösung liegt vielleicht gerade in den ungewöhnlich kleinen Dimensionen: In der alten Leinen-Stadt, die im Kern gerade 10.000 Einwohner aufweist (und im Umland noch mal 5.000) wird jedes Jahr Oper zum Anfassen und Erleben gegeben, ohne Schwellenangst vor den großen Theatern in München, Stuttgart und Ulm. Das Isny-Oper-Festival lässt die Bewohner hier ein paar Tage im Jahr hautnah an der Oper teilnehmen.
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Ganz generell liegt über Isny ein gutes künstlerisches Karma. Die sanft geschwungenen Hügel und die Bergkulisse im Hintergrund wirken seit jeher inspirierend für auffallend viele professionelle Maler und Hobbyisten. Und die Musizierfreude der Menschen im Landstrich ist ungebrochen - gleich ob in der Volksmusik, den vielen Blaskapellen, den Jugendorchestern und bei den Liebhabern von klassischer Musik.
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Doch neben dem Charme der Stadt und der Landschaft ist es vor allem die Herzlichkeit vieler Bewohner, die jedes Jahr die jungen internationalen Künstler liebevoll aufnehmen und umsorgen. In diesem Gefühl der Integration haben die Künstler - fast durchweg fortgeschrittene Studenten - die Chance große Rollen zu studieren, was ihnen an vielen Häusern lange verwehrt bleibt. Und so hat schon manche Sopranisten und mancher Tenor über das Opern-Festival den Sprung in ein Engagement geschafft.
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Freilich, nur aus guter Luft und schöner Aussicht kommt noch keine Oper zustande. Ohne die treibende Kraft von Hans-Christian Hauser gäbe es das Festival nicht. Der künstlerische und musikalische Leiter sämtlicher Festivalproduktionen wirkte in manchen früheren Jahren sogar auch noch als Organisator, Impresario und und und...
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