| »My Fair Lady« | |
| von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner | |
Zum ersten Mal ein Musical, so hatte man sich für das elfte Jahr des Opernfestivals entschieden. Man wählte noch einmal, wie schon bei der »Zauberflöte«, den hübschen Platz vor dem Espantor als Spielort, der sich auch akustisch durch die vielen umgebenden Mauern und die Nähe des Publikums zur Bühne als gute Lösung für Freilichtaufführungen erwiesen hatte.Die Gesangsstudenten aus München und Osteuropa, die in all den Jahren immer den Großteil der Solisten gestellt hatten, bildeten diesmal das Chor-Ensemble, aus dem heraus auch alle kleineren Rollen gestellt wurden. Mit großer Lebendigkeit spielten, tanzten und sangen Wang Li, Christina Drexel, Katerina Hebelková und Wolfgang Mirlach (im Vorjahr: Papageno). Nur Michael Kilian hatte in dem charmanten Freddy eine durchgehende Rolle. Die Hauptrollen wurden ansonsten von erfahrenen Schauspielern und Sänger-Schauspielern übernommen: Ira Blažejewska und Martin Harbauer (Dozent an der Musical-Akademie München) bildeten ein unübertreffliches Traumpaar als Eliza und Professor Higgins. Marshall Raynor (Dozent an der Hochschule für Musik München) spielte den betrunkenen Doolittle durch und durch und steuerte außerdem mit seiner Erfahrung als echter Amerikaner vieles zur adäquaten Atmosphäre bei. Peter Kaufmann spielte gekonnt den Pickering, ebenso Ruth Gassmann die Mrs. Pearce. Weitere Darsteller waren Ingrid Baer-Kaufmann als Mrs. Higgins, Blanka Mellenová als Königin von Transsylvanien und zwei junge Rumänen in stummen Rollen. Stephanie Bachhuber aus München arrangierte aus verschiedenen Fundussen ein gelungenes Kostümbild in traditionellem Stil. Rainer Fritz möblierte die von Walter Bücheler gebaute Bühne dazu passend. Wie immer halfen viele Isnyer Schüler und Erwachsene mit. Statt des Orchesterkonzerts in der Nikolaikirche gab es diesmal eine Operngala im Kurhaus. Hier bekamen die Sänger, die in »My Fair Lady« "nur" Ensemble waren, Gelegenheit, ihre Stimmen voll zu zeigen, allen voran Blanka Mellenová mit Strauß' »Frühlingsstimmenwalzer«. Es gab noch eine Menge anderen Johann Strauß, so Teile aus der »Fledermaus«, ansonsten Mozart, Dvorák, Arenskij, Tschaikowsky. Zum österreichischen und slawischen Teil fügte sich als Besonderheit ein chinesischer Teil mit zwei chinesischen Opernarien gesungen von Wang Li, Dozentin an der Universität Peking und Gaststudentin in München. Die Internationalität komplett machte der italienische Koloraturtenor Vito Martino, der eigens für das Konzert angereist war, mit Rossini und Donizetti. Weitere Veranstaltungen waren das traditionelle bunte Kammerkonzert im Franziskushof Maierhöfen und die Pantomime mit Musik »Pinocchio« (siehe Pinocchio). | |