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Die Streiche des Scapin
von Jean Baptiste Molière
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Meister Pedros Puppenspiel
und La Vida Breve

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Feuervogel und Die Nachtigall
von Igor Strawinsky
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La Cenerentola (Aschenputtel)
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Die Fledermaus
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»Die Streiche des Scapin«
von Jean Baptiste Molière
Hans-Christian Hauser hatte an der Hochschule für Musik München mehrere Jahre in der Opernvorklasse von Herrn Marshall Raynor mitgearbeitet. Marshall Raynor, Schauspieler, Clown und Sänger, gebürtig aus Boston, unterrichtete Methoden, die von dem großen Theatergenie Stanislawski inspiriert waren, Impuls- und Improvisationsübungen, die die Echtheit des Schauspiels zum Ziel haben. Commedia dell'Arte als eine Urform des freien Theaterspiels war ein besonderes Ideal Marshall Raynors, der Hans-Christian Hauser in allen Fragen von Schauspiel und Inszenierung wertvolle Anregungen gab und in den regulären Unterricht mit einbezog.
Um diese Techniken zu erproben, war Marshall Raynor gern bereit, die perfekte Commedia dell'Arte-Figur des Pantalone in Molières »Die Streiche des Scapin« zusammen mit Hans-Christian Hauser zu spielen, der in die Titelrolle des gerissenen Dieners schlüpfte. Die lebendigen Schüler aus Isny nahmen die Gelegenheit gerne wahr und spielten mit Hingabe die übrigen Rollen.

Man arrangierte eine regelrechte Tournee durch neun Orte der Umgebung, täglich inmitten anderer natürlicher Kulissen, sei es im Isnyer Rathausfoyer, im barocken Treppenhaus von Bad Wurzach, auf der Wangener Stadtmauer, in der Schlossbergklinik Oberstaufen, im Neuen Schloss Kisslegg, in der Schrannenhalle des Rathauses Immenstadt, im Klecks-Saal Kempten, im hölzernen Zeughaussaal Lindau oder im familiären Franziskushof Maierhöfen. Alle passten sich flink ohne weitere Kulissen den völlig verschiedenen Gegebenheiten an. Kostüme in barocker Tendenz griff man sich aus dem Isny-Oper-Fundus. Geschminkt wurde stark farbig. Die Zeitungen brachten zwar auch Verrisse, aber ebenso begeistertes Lob. Immer fand sich dankbares Publikum für dieses heitere, lebendige Stück, das durch Hans-Christian Hauser (Violine) und Mathias Hofer (Gitarre) auch mit temperamentvollen Musikeinlagen bereichert wurde.

»Scapin« wurde auch im darauffolgenden Jahr noch einmal mit großem Erfolg im Rahmen des APC-Sommers Kempten aufgeführt, an einem schönen warmen Sommerabend zwischen den Tempelruinen.
Im Herbst fuhr man gar mit dem Zug nach Rumänien mit Hilfe eines von Dr. Alois Graf Waldburg-Zeil (Institut für Auslandsbeziehungen) verschafften öffentlichen Zuschusses. Man spielte in den deutschen Schulen von Temesvar und Arad, außerdem in Lugos. Die Truppe hatte zudem Frischs »Andorra« sich vorgenommen, war damit aber nicht zur Reife gelangt.

Ein letztes Mal wurde »Scapin« 1999 in Schöntal-Halsberg auf einer Tennen-Bühne gespielt. Die Besetzung hatte sich immer wieder leicht geändert. Man hatte unterdessen mit Proben zum »Kaufmann von Venedig« begonnen.

Das Ende der Schüler-Schauspieltruppe kam im Juni 1999 durch den Tod von Mathias Hofer, der seit 1992 immer wieder als Assistent, Statist und Schauspieler bei der Isny-Oper dabeigewesen war.