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Rimsky-Korsakows Märchenoper über das Schneemädchen, im Deutschen meist auch mit »Schneeflöckchen« übersetzt,
basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Alexander Ostrowski, der die Thematik aus der russischen Volksmärchensammlung von
Alexander Afanasjew übernahm.
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Schuld an allem ist eine Mesalliance. Die Frühlingsfee, Sinnbild für den Frühling, hatte sich auf eine Affäre mit dem rotnasigen Frost,
dem Winter, der nicht gehen will, eingelassen. Aber nicht aus Liebe, sondern lediglich von einer Laune getrieben. Und wie es auch im
menschlichen Leben manchmal so spielt, die Liebelei ist nicht ohne Folgen geblieben: Snegurotschka, das Schneemädchen.
In dem Kind ist die Unvereinbarkeit der beiden Jahreszeiten Frühling und Winter vereint. Von der Mutter hat das Mädchen die Sehnsucht
nach Liebe und Wärme geerbt. Vom Vater das genaue Gegenteil, die Unfähigkeit zur Liebe. Und würde die Sehnsucht nach Liebe gestillt
werden, müsste das Mädchen zugrunde gehen.
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| Vorspiel |
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Frühlingsfee
Seit die Frühlingsfee mit ihrer Affäre die natürliche Ordnung durcheinander gebracht hat, ist der Sonnengott erzürnt darüber und lässt
es deshalb nach dem langen Winter einfach nicht warm werden. Auch in diesem Jahr will der Frost einfach kein Ende finden und sich
verabschieden. Die Frühlingsfee schickt ihn nach Sibirien: »Du hast hier lange genug geweilt …«. Das Schneemädchen,
ihre Tochter, hat inzwischen das 15. Lebensjahr erreicht. Bisher hatte sie immer im Dunkeln leben müssen aus Angst der Mutter,
sie könnte dem Sonnengott zum Opfer fallen und schmelzen, also sterben. Die Frühlingsfee hatte ihr immer wieder eingeschärft,
sich vor den starken Strahlen der Sonne in Acht zu nehmen. Um sie vor dem Zorn des Sonnengottes zu schützen, geben die Eltern das
Mädchen nun unter der Obhut des Waldgeistes zu den Menschen, wo das seltsame Zwitterwesen des Mädchens natürlich noch einige Verwirrung
stiften wird. Denn die Menschen wollen im Frühling nichts als lieben und geliebt werden. Snegurotschka jedoch kann nur Liebe geben,
selbst aber keine Liebe fühlen.
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| Erster Akt |
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Hirte
Snegurotschka lebt inzwischen als Adoptivtochter im Reich des Zaren Berendej bei armen Kleinbauern, so genannten Häuslern.
Durch ihre Unfähigkeit, Liebe zu empfinden, wenden sich die Menschen mehr und mehr von ihr ab. Dadurch wird aber ihre Sehnsucht
nach Liebe nur größer. Im Wald hört sie den Gesang des Hirten Lehl. Seine Lieder berühren ihr kaltes Herz und sie beginnt etwas zu
fühlen, was sie noch nicht deuten kann. Sie geht Lehl nach, um zu lernen, wie die Menschen lieben, verliert ihn aber aus den Augen.
In der Zwischenzeit laufen die Hochzeitsvorbereitungen von Snegurotschkas Freundin Kupawa auf Hochtouren. Kupawa ist mit dem jungen
Kaufmann Misgir verlobt, den sie innig liebt. Als Misgir jedoch das Schneemädchen sieht, verliebt er sich Hals über Kopf in sie und
vergisst darüber seine Braut Kupawa.
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| Zweiter Akt |
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Väterchen Frost
In der Halle des Palastes des Zaren Berendej klagen ihm die Bewohner des Reiches ihr Leid, das Frühjahr sei viel zu lange und zu kalt,
der Sommer viel zu kurz. Unter der Bevölkerung ist die Lieblosigkeit gewachsen. Keine Anzeichen mehr von Frühlingsgefühlen.
Das sieht auch der Zar und möchte die Gunst des Sonnengottes, dessen Zorn er für die Ursache hält, zurückgewinnen.
Deswegen will er alle Jungen und Mädchen im heiratsfähigen Alter miteinander verbinden. Kupawa, die von ihrem Bräutigam so schmählich
verlassen wurde, klagt das Verhalten Misgirs beim Zaren an. Er möchte ihn auch schon verurteilen, da sieht er Snegurotschka.
Und der Zar ist sehr erstaunt darüber, wie ein so junges und hübsches Mädchen so gänzlich unfähig zur Liebe sein kann.
Er beschließt, das Schneemädchen demjenigen zur Frau zu geben, der es schafft, ihre Liebe zu erringen.
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| Dritter Akt |
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Kupawa
Auf einer Waldlichtung haben sich die Menschen aus dem Dorf zum Tanz versammelt. Lehl singt ein Lied (»Zu dem Donner eine Wolke«),
worauf ihm der Zar verspricht, er bekäme das allerschönste Mädchen als Dank. Lehl entscheidet sich für Kupawa.
Darüber ist Snegurotschka sehr enttäuscht und läuft davon. Das Gefühl von Eifersucht auf die Freundin, für die sich ihr Angebeteter
entschieden hat, macht sich in ihr breit. Misgir läuft ihr nach und gesteht ihr wiederum seine Liebe. Doch das Schneemädchen weist
ihn ab und findet zunächst Schutz beim Waldgeist.
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| Vierter Akt |
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Misgir
Snegurotschka hat nach der bitteren Erfahrung der Eifersucht ihre Mutter, die Frühlingsfee, gebeten, ihr die Fähigkeit zu lieben zu
geben. Auch wenn die Frühlingsfee weiß, dass sie damit das Schneemädchen ins Unglück stürzen wird, willigte sie ein. So kommt es,
dass sich Snegurotschka ihrem glühenden Verehrer Misgir in Liebe hingibt. Doch sie vergaß zwischenzeitlich, dass immer noch die
Gefahr durch die Rache des Sonnengottes bestand. Als sich Misgir und das Schneemädchen in Liebe vereinigen, trifft ein
Sonnenstrahl das Mädchen. Snegurotschka schmilzt vor den Augen des Zaren und Misgirs und stirbt.
Aus tiefster Verzweiflung über die verlorene Liebste stürzt sich Misgir von einem Felsen in den Tod.
Der Zar und sein Volk jedoch huldigen dem Sonnengott. Denn die Liebe und der Tod von Snegurotschka haben den Zorn des
Sonnengottes besänftigt, ihn wieder versöhnt und somit alle von seiner Rache erlöst.
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| Text: Carmen Fiedler |