1989
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 Wolfgang Amadeus Mozart  1992
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Giuseppe Verdi »Falstaff«
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Zur Inszenierung
Verdis Falstaff ist Ausdruck seiner Altersweisheit. Das Leben wird nunmehr von der komödiantischen Seite aus betrachtet. Der Komponist schafft es, Elemente der großen lyrischen Oper sowie der Buffa-Oper und eine Schlussfuge, die so kompliziert, streng und mathematisch wie bei Bach ist, zu einem großen Ganzen zu fügen.
Gerade deshalb ist die Inszenierung mit Leichtigkeit, hellen leuchtenden Farben und stilisierten Elementen gestaltet. Wenige Bühnenbildteile bilden symbolische Spielelemente:
  •  
  • eine Kugel, die dem dicken Falstaff entspricht,
  •  
  • die ganze Spielfläche als Billardtisch, auf dem mit der Kugel gespielt wird,
  •  
  • zwei große runde Öffnungen dienen zugleich als Löcher für die Kugel, Türen, Abgussloch, Wandschirm, Baumfundament und Brennpunkt.
    Der Ort der Handlung wird nur durch wenige dekorative, stilisierte Versatzstücke ausgedeutet (Blüten, Wohnzimmer, Nacht); das Wesentliche ist das Spiel selbst.
    Auch die Kostüme sind stilisiert. Der historische Zeitpunkt ist nicht wichtig. Die Frauen werden sympathisch dargestellt: weiblich, frisch, leicht, hell, charakterstark, spielfreudig. Die Schirme als Utensilien der Frauen verstärken diesen Ausdruck.
    Den Männern werden ihre Grillen quasi auf den Leib geschrieben: Falstaff ist wie eine dicke, vitale, ichbezogene Kugel. Ford zeigt sich als abgezirkelter Hausvater, Cajus als schrulliger beschränkter Einfaltspinsel. Bardolf und Pistola treten als unförmiges, durchtriebenes Säuferpaar auf, Fenton als sympathischer Schönling.
    Die heitere Vernunft der Frauen ist so souverän, dass am Ende, nachdem sie sich als charakterfest erwiesen haben und Nannetta mit Fenton zusammen kommt, auch der dicke Falstaff trotz seiner rücksichtslosen Unmoral integriert werden kann - denn ohne solche Typen wie ihn wäre die Welt langweiliger.
    Hans-Christian Hauser
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